05.10.10 | Hamburg |

 

Hamburg: Abiturientin geht zur Schule zurück

Birte Reitmann (re.) und Schüler einer neunten Haupt- und Realschulklasse

Unsere ehrenamtlichen AusbildungsPATEN in Hamburg haben derzeit eine fantastische Unterstützung bei der gemeinsamen Vorbereitung eines Ausbildungsverhältnisses der Jugendlichen. Frau Reitmann, die gerade selbst erst diese Lebensphase gemeistert hat, bereitet sie auf die Spielregeln vor. Hier ihr Bericht:

 

„Ein Bewerbungsablauf ist wie ein Spiel, doch wie kann ich in einem Spiel siegen, wenn ich die nötigen Regeln nicht kenne?“

Genau diese Frage stellte sich auch Birte Reitmann vor einem Jahr, als sie begann sich für eine duale Ausbildung zu bewerben. Im Sommer 2010 hat sie nun ihr Abitur gemacht und konnte sich schon bald über die Zusage zu einem dualen Studiengang bei der Hansestadt Hamburg freuen.
Doch bis dahin war es ein langer Weg.
Ein Jahr vor meinem Schulabschluss, also mitten im Abiturstress, habe ich angefangen mich für eine duale Ausbildung zu bewerben. Schnell wurde mir bewusste, dass ich nur wenig Ahnung davon hatte, wie eine gute Bewerbung auszusehen hat. Es traten die ersten Probleme auf: Was schreibe ich in meinen Lebenslauf hinein und wie formuliere ich ein Anschreiben?
Nach einem langen Schultag und den Hausaufgaben, beschäftigte ich mich zusätzlich nun auch mit Büchern, sogenannten Bewerbungstrainern, die mir beim Schreiben einer Bewerbung weiterhelfen sollten.
Ich erinnere mich noch genau wie lange ich an der ersten Bewerbung gefeilt habe und sie voller Hoffnung abgeschickt hatte. Nach drei Wochen hatte ich meine erste Absage und war maßlos enttäuscht. Alle Bemühungen schienen umsonst. Aber dann, als ich noch weitere Bewerbungen verschickt hatte, kamen auch die ersten Einladungen zu Gesprächen, Gruppendiskussionen und/oder Auswahltests. In diesen Bewerbungsverfahren, auch Assessment-Center genannt, werden z. B. das Allgemeinwissen, Grundkenntnisse in Mathematik, oder auch soziale Kompetenzen der Bewerber getestet. Wieder stieß ich auf Probleme: Was wird mich bei so einem Auswahltest erwarten? Was werden mich die Personaler in den Gesprächen fragen? Und worauf legen sie besonders Wert?
Die Bewerbungsverfahren haben sich im Laufe der Jahre geändert. Heutzutage ist es ein langer Weg von einem Bewerbungsschreiben bis hin zu der ersehnten Zusage. Nicht selten bewerben sich 1000ende bei einem Unternehmen für eine kleine Anzahl an Ausbildungsplätzen. Das hat zur Folge, dass die Unternehmen drastisch auswählen und selektieren müssen.
Das Bewerbungsverfahren ist zu einer Art Spiel geworden, für das man sich mit einer guten Bewerbung qualifizieren muss. Erst dann ist man für die weitere Bewerbungsrunde, für das Spiel, zugelassen. Runde für Runde werden die vielen Bewerber selektiert, am Ende bleiben die Bewerber mit den besten Nerven übrig. Es sind die Bewerber, die das Spiel Bewerbung verstanden haben.
Endlich gehörte auch ich zu denen, die dieses Spiel erfolgreich gemeistert hatten. Die vielen Erfahrungen in unterschiedlichsten Bewerbungsverfahren haben mir geholfen, das Prinzip Bewerbung zu verstehen. Am Ende wusste ich, was in den Verfahren auf mich zukommt und konnte mich gut auf die Gespräche und die Tests vorbereiten. Ich hatte das Spiel endlich gewonnen und wurde mit einer Zusage für eine duale Ausbildung bei der Stadt Hamburg belohnt.

 

alle News anzeigen